Rund um Thun von A-Z

ETAPPE 9
September: SEE (Staat) 3.57 km.
Ich stehe am Ufer des Quais nach Hünibach gegenüber der südöstlichen Ecke des Schadauparks. Genau in der Mitte dieser Achse befindet sich der Grenzpunkt von Thun zum See. Der Thunersee als sechstgrösster See der Schweiz ist im Besitz des Kantons Bern. Also, wie komme ich vom Land ins Wasser? Für diese Etappe wähle ich einen bequemen Weg, nämlich den übers Wasser und so liess sich auch mein Sohn Lukas nicht zwei Mal bitten für die Begleitung.
Monika Meier, eine passionierte Seglerin und seit Jahren Junior*innenverantwortliche im TYC, nimmt mich mit im Boot. So ergibt sich eine ganz andere Sicht auf die Grenze. Normalerweise bewundere ich die Aussicht vom Land übers Wasser zu den Bergen, heute betrachte ich Thun für einmal vom See aus. Sozusagen ein Blick zurück. Und ein Blick ins Bilderbuch-Thun.
Bereits kurz nach dem Start kommt das Schloss Schadau ins Bild. Nicht nur von aussen, sondern auch von innen betrachtet ein wahres Bijou. In der Parkanlage befindet sich das Thun-Panorama mit dem Rundbild von Marquard Wocher und am Aarebecken liegt die Kirche Scherzligen. Vom Schadaupark aus eröffnet sich die atemberaubende Aussicht auf die Berner Alpen. Am anderen Ende des Parks befindet sich mein Lieblingsbadeplatz. 
Dem Ufer entlang reihen sich nun die Schiffswerft, der Lachenkanal mit dem Hafen, das im neuen Glanz erstrahlende Strandbad, dann das Grunderinseli. In diesem Jahr ist aussergewöhnlich, dass die grosse Tribüne der Thunerseespiele fehlt, natürlich wegen Corona. Auf den Sport- und Freizeitanlagen im Lachen ist hingegen Betrieb, ebenso im Yachtclub, wo an diesem Wochenende die Optimist Swiss Championship stattfindet.
Und immer wieder bewundere ich die Panoramasicht vom Boot aus: hoch zu den Bergen vom Stockhorn bis zum Niederhorn, über den glitzernden tiefblauen See, an die rechte Thunerseeseite mit den bewaldeten und bis weit hinauf bebauten Hängen sowie den Schlössern Hünegg und Oberhofen. Auf dem Wasser sind Segelboote, ein Kursschiff, SUP’s, Kanus und Motorboote unterwegs. Viele Menschen geniessen die Freizeitmöglichkeiten auf dem Thunersee bei schönstem Wetter. Ich kühle mich darum gerne ab mit einem Schwumm weit draussen im See. 
Spazieren ist ebenfalls ein Genuss dank des malerischen Uferwegs, dessen Stege teilweise über das Wasser gebaut sind. Nun folgen Häuser und bald der Campingplatz an schönster Lage, wo Ferienmachen gewiss eine Freude ist. Der neu gestaltete Spielplatz und die vielen Brätlistellen am Ufer laden ebenfalls zum Verweilen ein.
Hier beginnt der Bonstettenpark, ein wichtiges Naherholungsgebiet am See. Die Campagne Bellerive liegt inmitten eines grosszügigen und wunderbaren Parks, der sorgfältig erneuert wurde und prächtige Blicke eröffnet, aber auch zu ausgedehnten Spaziergängen einlädt. Im ehemaligen Herrschaftshaus befindet sich heute die Musikschule. Die Anlage ist eine weitere kulturhistorische Sehenswürdigkeit von Thun, der Besuch ein absolutes Muss- auch wegen der «Baronin im Tresor». In diesem Buch erzählt Franziska Streun die Geschichte der letzten Besitzerin des Bonstettenguts, bevor dieses in den Besitz der Stadt Thun und des Kantons Bern gelangte.
So, nun ist fertig mit der Bootsfahrt, denn hier beginnt am Zaun das Naturschutzgebiet Gwattlischenmoos. Die Grenze zum Kanton Bern endet ebenfalls, nächstes Mal geht es weiter an Land. Das war eine sehr spezielle und unvergessliche Etappe, ich nenne sie «Thun im Ferienprospekt».

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