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THIERACHERN
Mai 2021 Besuch bei Gemeinderatspräsident Sven Heunert

Sven Heunert hat keinen Lieblingsort, am liebsten ist er nämlich in Bewegung, ganz getreu seinem Pfadinamen «renard agité». Dieser Name sagt auch gleich, dass der Präsident ursprünglich aus der Westschweiz stammt. Bemerkenswert ist, dass die junge Familie Heunert vor 15 Jahren eigentlich nicht nach Thierachern ziehen wollte, weil zu fest am Hang und zu weit weg von der Stadt. Nun ist Sven Heunert hier mit Leib und Seele Gemeinderatspräsident und auch seine Familie ist glücklich im Westamt. 

Thierachern besteht aus den fünf Ortsteilen Wahlen, Egg, Dorf, Schwand und Brügg, ein eigentliches Dorfzentrum gibt es nicht. Da ist also einerseits die schöne Vielfalt, andererseits die Herausforderung, dass bei Vorhaben der Gemeinde die Ortsteile sehr unterschiedlich betroffen sind und deshalb Entscheidungen mit grosser Sorgfalt herangeführt werden müssen. Der SP-Gemeinderatspräsident lobt die Sachlichkeit im Gemeinderat, die Parteizugehörigkeit sei nebensächlich. Alle Mitglieder seien daran interessiert, für alle und alles gute Lösungen zu finden.

«Zuhause zwischen Stadt und Land», dieser Slogan beschreibt die Lage von Thierachern treffend: die Nähe und gute Anbindung zur Stadt vereint mit der ländlichen Idylle. Die Lebensqualität sei hoch, was die grosse Bevölkerungszunahme auf 2’500 Einwohner:innen während der letzten Jahre unterstreicht. Dieses Wachstum ist positiv, stellt die Gemeinde gleichzeitig aber auch vor Herausforderungen. So muss beispielsweise die Schulinfrastruktur erweitert werden und bedingt grosse Investitionen. Aktuell ist die Gemeinde gefordert, eine rasche Lösung zu finden, weil sie den Zuschlag für das Areal, wo der Werkhof eingemietet ist, nicht erhielt. Sven Heunert berichtet, dass das Amt als GRP ein Rund-um-die-Uhr-Job sei: laufend kommen Fragen, müssen Entscheide gefällt, Projekte geplant und der Austausch gepflegt werden. Sein Pensum für das politische Amt beträgt rund 40%, etwa 15% davon definiert er gemessen an der Entschädigung als Hobby. Er arbeitet beruflich beim BAFU als Fachexperte für Erdbebensicherheit zu 70%. Die Vereinbarkeit der verschiedenen Rollen gelinge ihm zusammen mit der Familie, verlange aber schon einen sehr grossen Einsatz. 

Sven Heunert spricht von der regionalen Zusammenarbeit, die für ihn unabdingbar sei. Nur gemeinsam mit anderen Gemeinden könnten die vielfältigen Aufgaben bewältigt werden. So sei es sehr zwar interessant, aber auch aufwändig, dass für die verschiedenen Aufgaben immer auch unterschiedliche Gremien zuständig seien, beispielsweise für die Feuerwehr, die Oberstufenschule, die Jugendarbeit oder das Regionale Führungsorgan. Den ERT und den WRT bezeichnet der Gemeinderatspräsident als unverzichtbar: Die kleinen Gemeinden spielten in einer anderen Liga als die grosse Stadt Thun mit ihrer professionellen und spezialisierten Verwaltung. Ohne die gute Zusammenarbeit mit Thun und den regionalen Gremien wäre seine Arbeit noch anspruchsvoller.

Wir führen das Gespräch auf einem Spaziergang entlang des idyllischen Glütschbachs. Der Bach ist für Sven Heunert Sinnbild dafür, dass sich die Natur um Grenzen foutiert: Wasser fliesst einfach von einem Ort zum nächsten. Die Grenze ist nicht sichtbar und alle Gemeinden müssten gleichsam Sorge tragen zum Glütschbach, damit das Gewässer sauber und gesund bleibe. Der Gemeinderatspräsident von Thierachern leistet seinen Beitrag dazu mit grosser Begeisterung.

Sven, herzlichen Dank für den Einblick in deine Gemeindewelt!

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